Der Feingehalt ist der Masse-Gehalt des höchstwertigen Edelmetalls eines Schmuckstücks, Geräts oder einer Münze. Er wird in Promille, also in 1000 Teilen des Gesamtgewichts, angegeben. Früher waren andere Maße wie das Lot oder das Karat gebräuchlich. Die zahlenmäßige Angabe des Feingehaltes wird gestempelt. Eine Gravur oder auch per Laser eingebrachte Angabe des Feingehalts in die Oberfläche ist nicht zulässig. Nach deutschem Recht kann Schmuck in jedem Feingehalt produziert, mit einer Gehaltsangabe versehen und verkauft werden. So wäre auch ein Schmuckstück aus 825-er oder 635-er Gold denkbar.
Bei vielen Edelmetallen bezeichnet 999,9‰ dabei die höchste noch im normalen Handel erhältliche Reinheit. Noch höhere Reinheitsgrade als 999,99‰ sind nur unter enormem Aufwand herzustellen. Sie werden in der Regel nur für chemische und physikalische Zwecke benötigt. Im internationalen Handel wird zum Beispiel Gold mit einem Feingehalt von 995‰ gehandelt, sogenannte 12,44 kg schwere „good-delivery-Barren“.
Bei der Herstellung von Schmuck verwenden Goldschmiede in der Regel Feingehalte zwischen 585 bis 999. Hinzulegierte Zuschläge wie Silber und Kupfer erzeugen neue Materialien – mit zum Teil erheblich von den eigentlichen Edelmetallen abweichenden Eigenschaften.
Bemerkenswert ist, dass in Deutschland bei der industriellen Schmuckherstellung vorwiegend die Feingehalte 585 und 333 verwendet werden. Die in den fünfziger und sechziger Jahren aus südlichen Ländern importierten Schmuckwaren wurden speziell in diesen Feingehalten für den Export nach Deutschland produziert. In jenen Ländern wiederum tragen Frauen wie Männer aber fast ausschließlich 750er Schmuck.
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